03.04.2017, 18:00 Uhr: In Bremen-Nord gegen Rechts: Erstes Treffen für Interessierte

Hallo liebe Leute,

Anfang Februar haben eine oder mehrere Personen Tafeln der
Gedenkausstellung „Die Kinder vom Bullenhuser Damm“ im Bürgerhaus
Vegesack mit rechter Propaganda beschmiert. Nazi-Aufkleber und
-Kritzeleien sind in einigen Ecken, wie rund um den Bahnhof Aumund, in
Burg oder der Mühlenstraße Dauerzustand.
Im Alltagsbild fallen Nazis wieder deutlicher und manchmal aggressiver
auf als noch vor ein paar Jahren.
Nach wie vor sitzen Vertreter*innen rechter Parteien in allen drei
Nordbremer Beiräten.

Im Vorfeld der Bundestagswahl im September ist fest mit einer Zunahme
ihrer Aktivitäten zu rechnen. Statt Lösungen für die sozialen und
gesellschaftlichen Probleme anzubieten, hetzen sie gegen Flüchtlinge,
Zuwanderer*innen und Lesben und Schwule.

Wir wollen dem ein friedliches und solidarisches Zusammenleben aller
entgegen setzen.
Gemeinsam mit euch möchten wir über denkbare Aktionsformen und
Veranstaltungen gegen Rechts sprechen.

beim ersten Treffen:am 3. April um 18 Uhr im Katzensprung,
Lindenstraße 1b
wollen wir über erste Ideen sprechen. Wiir würden uns
über eure Teilnahme freuen und über Weiterleiitung an euch bekannte
Interessierte freuen.

Initiative Nordbremer Bürger gegen den Krieg
Katzensprung – Info- und Freiraum Bremen-Nord

Rechte Schmierereien in der Ausstellung „Die Kinder vom Bullenhuser Damm“

Im Bürgerhaus Vegesack ist seit dem 1. Februar eine Wanderausstellung aufgebaut, die an das Schicksal von 20 jüdischen Kindern im Alter zwischen 5 und 12 Jahren erinnert, die von den Nazis ab 1944 im KZ Neuengamme und später in der Hamburger Schule am Bullenhuser Damm zum Zweck medizinischer Forschung missbraucht wurden.
Während des Vormarschs der britischen Armee auf Hamburg wurden die aus Frankreich, Italien, Polen, Jugoslawien und den Niederlanden stammenden Kinder sowie 28 Erwachsene (überwiegend sowjetische Kriegsgefangene) im Keller der Schule von SS-Angehörigen erhängt.
Die Verantwortlichen wie der SS-Arzt Heißmeyer und der Leiter des KZ Neuengamme, Strippel sind nie für dieses unfassbare Verbrechen verurteilt worden.

Seit 1979 erinnert in Hamburg die „Vereinigung Kinder vom Bullenhuser Damm e.V.“ in Zusammenarbeit mit Angehörigen an das Schicksal der 20 Kinder.
Neben einer Gedenkstätte im Keller der ehemaligen Schule im Stadtteil Schnelsen-Burgwedel gibt es einen Rosengarten und ein Spielhaus, das nach ihnen benannt wurde.
Auch in mehreren Geburtsorten der Kinder wie Verona, Mailand, Neapel und Eindhoven gibt es Gedenkfeiern und Orte der Erinnerung. In Frankreich gab es vor wenigen Jahren eine weitere Wanderausstellung.

Die Rechtsanwältin Barbara Hüsing erstattet im selben Jahr im Namen der Angehörigen Strafanzeige gegen Strippel wegen Mordes, woraufhin die Staatsanwaltschaft das Ermittlungsverfahren wieder aufnahm. 1987 wurde das Verfahren eingestellt. Um das Versagen der deutschen Justiz im Fall Arnold Strippel zu zeigen, inzenierte die Vereinigung „Kinder vom Bullenhuser Damm“ 1986 ein „Internationales Tribunal“. Darin traten Angehörige und ehemalige Häftlinge des KZ Neuengamme ebenso wie Jurist*innen auf.

Hier im Bürgerhaus wird die von der Internationalen Friedensschule organisierte Ausstellung noch bis zum 24. Februar zu sehen sein. Am 9. Februar um 11 Uhr erinnert eine weitere szenische Lesung von Schüler*innen der Oberschule Lesum an die 20 Kinder.

Bereits am Eröffnungstag beschmierten Rechte zwei Ausstellungstafeln mit einem schwarzen Filzstift und der Parole „Schluss mit dem Schuldkult!“

Wir sagen den dafür Verantwortlichen ganz klar: Vergesst es! Geschichtsrevisionismus wird es mit uns nicht geben.
Die Verantwortlichen für dieses und unzählige andere Nazi-Verbrechen haben unermessliche Schuld auf sich geladen.
Es wird immer und vielerorts Menschen geben, die Erinnerung daran hoch halten und gegen aktuelle Rechtsentwicklungen kämpfen….egal, was ihr schmiert oder wie laut ihr krakeelt.

Danke an M. für diesen Text.
Der Katzensprung unterstützt eine fundierte Auseinandersetzung mit den Unmenschlichkeiten im Nazideutschland und die Aufrechterhaltung des Gedenkens und Erinnerns an die Opfer der Nazis, sowie den Kampf gegen Rechts heute.

Das neue Jahr

hat schon vor einem Monat begonnen und wir melden uns zurück: Mit einer aktualisierten Veranstaltungsübersicht! Habt ihr schon gesehen? Die Punkband ZSK kommt in den KuBa nach Bremen-Nord! Wir werden mit einem Infostand dabei sein und freuen uns auf euch! Überhaupt freuen wir uns immer über neue Leute, verbindliche und unverbindliche Gespräche. Quatscht uns doch einfach an einem unserer Infostände an oder kommt montags zwischen 18 und 20 Uhr bei uns in der Lindenstraße 1 B vorbei.

Rechte Hetze im Internet

Der am 5. Dezember geplante Vortrag über rechte Hetze im Internet muss leider ausfallen!
Wir werden diesen Vortrag nachholen und rechtzeitig ankündigen.
Zur Zeit steht noch kein neuer Termin fest!

Rechte Hetze im Internet – mit Bremer Beispielen

Wenn Sätze zu Brandsätzen werden: Hetze gegen Geflüchtete im Netz

Die Beratungsstelle ,,Pro-Aktiv gegen Rechts'‘ hält am Montag den 5. Dezember von 18-19:30 Uhr im Katzensprung einen Vortrag über rechte Hetze im Internet.

Im Internet finden Rassist_innen einen Kanal für Hass und Hetze gegen Geflüchtete. Die Beratungsstelle „pro aktiv gegen rechts – Mobile Beratung in Bremen und Bremerhaven“ gibt Einblicke, wie Hassbotschaften über die Sozialen Netzwerke ein breites Publikum finden und welche Gefahren hiervon ausgehen. Auch in Bremen nutzen rechtsextreme und rechtspopulistische Kräfte sowie „besorgte Bürger_innen“ die Möglichkeiten der Sozialen Netzwerke, um Stimmung gegen Geflüchtete zu machen. An Hand von Bremer Beispielen soll gezeigt werden wie und in welchen Ausmaßen Hass gesät wird und welche Möglichkeiten es gibt, darauf zu reagieren.

Vortragende: Mitarbeitende der Beratungsstelle pro aktiv gegen rechts – mobile Beratung in Bremen und Bremerhaven in Trägerschaft von VAJA e.V.

Die Veranstaltung ist kostenlos und findet in der Lindenstraße 1B, 28755 Bremen-Vegesack statt.