Rechte Schmierereien in der Ausstellung „Die Kinder vom Bullenhuser Damm“

Im Bürgerhaus Vegesack ist seit dem 1. Februar eine Wanderausstellung aufgebaut, die an das Schicksal von 20 jüdischen Kindern im Alter zwischen 5 und 12 Jahren erinnert, die von den Nazis ab 1944 im KZ Neuengamme und später in der Hamburger Schule am Bullenhuser Damm zum Zweck medizinischer Forschung missbraucht wurden.
Während des Vormarschs der britischen Armee auf Hamburg wurden die aus Frankreich, Italien, Polen, Jugoslawien und den Niederlanden stammenden Kinder sowie 28 Erwachsene (überwiegend sowjetische Kriegsgefangene) im Keller der Schule von SS-Angehörigen erhängt.
Die Verantwortlichen wie der SS-Arzt Heißmeyer und der Leiter des KZ Neuengamme, Strippel sind nie für dieses unfassbare Verbrechen verurteilt worden.

Seit 1979 erinnert in Hamburg die „Vereinigung Kinder vom Bullenhuser Damm e.V.“ in Zusammenarbeit mit Angehörigen an das Schicksal der 20 Kinder.
Neben einer Gedenkstätte im Keller der ehemaligen Schule im Stadtteil Schnelsen-Burgwedel gibt es einen Rosengarten und ein Spielhaus, das nach ihnen benannt wurde.
Auch in mehreren Geburtsorten der Kinder wie Verona, Mailand, Neapel und Eindhoven gibt es Gedenkfeiern und Orte der Erinnerung. In Frankreich gab es vor wenigen Jahren eine weitere Wanderausstellung.

Die Rechtsanwältin Barbara Hüsing erstattet im selben Jahr im Namen der Angehörigen Strafanzeige gegen Strippel wegen Mordes, woraufhin die Staatsanwaltschaft das Ermittlungsverfahren wieder aufnahm. 1987 wurde das Verfahren eingestellt. Um das Versagen der deutschen Justiz im Fall Arnold Strippel zu zeigen, inzenierte die Vereinigung „Kinder vom Bullenhuser Damm“ 1986 ein „Internationales Tribunal“. Darin traten Angehörige und ehemalige Häftlinge des KZ Neuengamme ebenso wie Jurist*innen auf.

Hier im Bürgerhaus wird die von der Internationalen Friedensschule organisierte Ausstellung noch bis zum 24. Februar zu sehen sein. Am 9. Februar um 11 Uhr erinnert eine weitere szenische Lesung von Schüler*innen der Oberschule Lesum an die 20 Kinder.

Bereits am Eröffnungstag beschmierten Rechte zwei Ausstellungstafeln mit einem schwarzen Filzstift und der Parole „Schluss mit dem Schuldkult!“

Wir sagen den dafür Verantwortlichen ganz klar: Vergesst es! Geschichtsrevisionismus wird es mit uns nicht geben.
Die Verantwortlichen für dieses und unzählige andere Nazi-Verbrechen haben unermessliche Schuld auf sich geladen.
Es wird immer und vielerorts Menschen geben, die Erinnerung daran hoch halten und gegen aktuelle Rechtsentwicklungen kämpfen….egal, was ihr schmiert oder wie laut ihr krakeelt.

Danke an M. für diesen Text.
Der Katzensprung unterstützt eine fundierte Auseinandersetzung mit den Unmenschlichkeiten im Nazideutschland und die Aufrechterhaltung des Gedenkens und Erinnerns an die Opfer der Nazis, sowie den Kampf gegen Rechts heute.


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