Auftakt unserer Veranstaltungsreihe

Am Montag war der Journalist und Buchautor Sören Kohlhuber bei uns im Katzensprung zu Gast, um aus seinem aktuellen Buch zu lesen. Sören las mit viel Sachverstand und Humor, sodass es nicht verwunderte, dass es im Katzensprung rappelvoll war! Im Anschluss an seine Lesung bot Sören Kohlhuber die Möglichkeit, Fragen zu seinem Buch und zu seiner Arbeit als Journalist auf Nazidemonstrationen zu stellen, was die Besucher auch ausgiebig nutzten. Hier gab Sören nicht nur Infomationen über die Entwicklungen innerhalb der rechten Szene preis, sondern unterhielt auch mit lustigen und spannenden Anekdoten seiner Erlebnisse. Doch Sören Kohlhuber machte auch deutlich, dass seine Arbeit nicht immer ungefährlich wäre: „Es ist wichtig, dass wir Journalisten, die rechte Aufmärsche dokumentieren, unser Privatleben schützen.“ Ein Besucher resümierte später: „Ich habe großen Respekt vor ihm und seiner Arbeit.“
Wir danken Sören Kohlhuber für seine Lesung und freuen uns, dass er ein so interessiertes und nettes Publikum hatte.
Nun blicken wir gespannt auf den zweiten Teil unserer Veranstaltungsreihe:
16. April | Montag | 19:00 Uhr | Katzensprung
„Rechtsextreme in Bremen“

Die Veranstaltungen bauen nicht aufeinander auf. Dadurch ist es möglich, am zweiten Teil teilzunehmen, auch wenn man den ersten Teil verpasst haben sollte.

Lesung mit Sören Kohlhuber am 19. März 2018, 19:00 Uhr

Lesung „Nach dem Sturm“ von und mit Sören Kohlhuber
19. März 2018
19:00 Uhr
Katzensprung, Lindenstraße 1 B, 28755 Bremen

Im Kalenderjahr 2016 dokumentierte Sören Kohlhuber mehr als 50 rechte Versammlungen, darunter einen Großteil in Ostdeutschland. Seit den massenhaften Aufmärschen im Herbst 2015 konnte aber eine Abnahme der Aufmärsche und Teilnehmerzahlen verzeichnet werden. Der Pegida-Hype, der zum Teil europaweit und auch auf anderen Kontinenten Nachahmer fand, konnte sich über die Jahreswende nicht halten.

Gleichzeitig ging die Saat der Rechten auf. Bei Wahlen 2016 konnte die AfD ihren Einfluss in der politischen Landschaft festigen. Verbale Tabus werden gebrochen, rassistisch motivierte Straftaten bleiben konstant hoch und staatliche Strukturen reagieren mit Restriktionen, sowie Sicherheitsverschärfungen gegen Geflüchtete.

Das Buch „Nach dem Sturm“ stellt den Abschluss einer nicht geplanten Trilogie dar. Bereits zuvor erschienen die Bücher „Deutschland deine Nazis über Neonaziaufmärsche im Jahr 2014 und „Retrofieber“ über selbige Veranstaltungen aus dem Jahr 2015.

Sören Kohlhuber wird aus seinem aktuellen Buch lesen und uns dabei mitnehmen auf einen Aufmarsch, uns Einblicke geben, die wir meist als einer der Konfliktparteien bei solchen Veranstaltungen nicht haben. Anschließend wird es Raum für Gespräch, Diskussion und Fragen geben.

Demo in Vegesack 10.02.2018

Antifaschistische Demonstration, 10. Februar 2018, 15 Uhr, S-Bahnhof Bremen-Vegesack

Das Antifa Ensemble Nord ruft zur Demo auf!

Kein Angriff bleibt unbeantwortet!

Ob es brutale und offen rassistische Angriffe auf Geflüchtete, in Autos geritzte Hakenkreuze, rechte Schmierereien am U-Boot-Bunker „Valentin“ oder rechtsradikale Sticker sind. In Bremen-Nord gehören solche Aktionen mittlerweile zur Tagesordnung.
Diese Entwicklungen gilt es zu bekämpfen! Dazu ist es absolut notwendig Rückzugsorte für die selbsternannten „Beschützer des Abendlandes“ wie Bremen-Farge als solche zu benennen und rassistischen Parolen, sowie rechtem Gedankengut mit aller Entschlossenheit entgegen zu treten.

Seit dem erschreckenden Wahlerfolg der AFD in Bremen vor 2 1/2 Jahren, wird rechtes Gedankengut wieder salonfähig. Ohne Konsequenzen fürchten zu müssen, können sie in der Öffentlichkeit, insbesondere im Internet, ihre menschenverachtende Ideologie verbreiten. Das erschreckende Wahlergebnis der AFD von 17,3% in Bremen-Farge, sowie das bundesweite Erstarken der neuen Rechten, stärkt den Nazis auf der Straße den Rücken und bietet den Nährboden für solche Aktionen.
Ob in den Parlamenten, sozialen Medien oder auf der Straße, Nazis bekämpfen!
Antifa Ensemble Nord

Antifaschistische Demonstration, 10. Februar 2018, 15 Uhr, S-Bahnhof Bremen-Vegesack

Rechte Übergriffe in den letzten Monaten

16. September 2017. Lesum. Ein Mann wird aus einem weißen Mercedes heraus von vier Männern rassistisch beleidigt und zusammengeschlagen. Er erleidet einen doppelten Kieferbruch. Es wird Anzeige beim Polizeirevier Lesum erstattet, der Polizeisprecher erkennt keinen politischen Hintergrund.
2. Oktober 2017. Aumund. Drei Nazis fahren „Sieg Heil“ skandierend auf Fahrrädern durch die Straßen.
3. Oktober 2017. Marßel. In mindestens vier Autos werden in der Nacht Hakenkreuze geritzt. Alle Autos gehören nicht-deutschstämmigen Personen.
Dezember 2017. Rekum. Auf eine Mauer am Bunker Valentin wird die Parole „Stoppt den Schuldkult“ geschmiert.
Dezember 2017. Blumenthal.Das Straßenschild „Jenny-Ries-Platz“ wird mit schwarzer Farbe übermalt. Jenny Ries wurde 1942 von den Nazis ermordet.
Dezember 2017. Blumenthal. Am Jenny-Ries-Platz (Bahnhof Blumenthal) wird die Parole „Ständer bleibt Ständer“ angebracht. Bis heute wird der Jenny-Ries-Platz im Volksmund „Ständer-Kreuzung“ genannt. Namensgeber Heinrich Ständer hatte dort eine Gastwirtschaft und war NSDAP-Mitglied. Er denunzierte die jüdische Familie Ries.
Januar 2018. Blumenthal. Die von Gerd-Rolf Rosenberger eigeniniativ angebrachten Straßenschilder zu Ehren zweier KPD-Widerstandskämpfer soll dieser selbst entfernen. Rechte Parolen werden hingehen lange im Stadtbild geduldet. Der Ortsamtsleiter Nowack und der Beirat Blumenthal sind zwar juristisch betrachtet im Recht, dennoch ist dies -gerade zum jetzigen Zeitpunkt- das falsche Signal. In der Beiratssitzung am 15.01.2018 kommt es deshalb zum Tumult.

Rechte Umtriebe in Bremen-Nord nehmen in letzter Zeit wieder zu. Dies wurde auch in der Norddeutschen / Weser Kurier beleuchtet. In diesem guten Artikel von Patricia Brandt (Die Norddeutsche / Weser Kurier) hat auch der Katzensprung Stellung bezogen.

Rechte Gewalt in Bremen-Nord

Rechtsruck in Bremen-Nord

Am 16.9.2017 kam es in Bremen Nord zu einem Übergriff von vier Nazis auf einen jungen Mann mit Migrationshintergrund, der sich auf dem Nachhauseweg befand. Um zwei Uhr nachts in Bremen Lesum, genauer auf dem Pasch, wurde dieser von vier Nazis zunächst rassistisch beschimpft und anschließend zusammengeschlagen. Dabei erlitt er mehrere kleinere Verletzungen und einen doppelten Kieferbruch. Den vier Nazis ist ein weißer Mercedes zu zuordnen. Zwei Nazis werden auf Ende 20 geschätzt, die anderen Beiden auf Ende 40.

Am 2.10.2017 um 20 Uhr in Bremen-Nord, genauer in Bremen-Aumund, fuhren drei Nazis Sieg Heil skandierend auf Fahrrädern durch die Straßen. Alle drei werden auf Ende 20 geschätzt. In der darauf folgenden Nacht, in einem weiteren Stadtteil, Bremen-Marßel, wurden in mindestens vier Autos Hakenkreuze geritzt. Die Halter der Autos haben alle einen Migrationshintergrund. Es ist also davon auszugehen, dass die Auswahl der Autos nicht zufällig war.
In den Bremen-Norder Stadteilen: Burg, Lesum, Schönebeck, Aumund, Blumenthal, Farge sind vermehrt Nazi-Sticker aufgetaucht. Die Gruppen Frage Ultras, Dritter Weg und die Identitäre Bewegung stickern aktiv in diesen Stadtteilen.
Die rechten Umtriebe in Bremen-Nord sollten von uns Antifaschisten als Anlass zum Handeln betrachtet werden. Kein Vergeben, kein Vergessen!

Der Katzensprung dankt den Verfassern dieses Textes